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Startup-Corporate Collaboration: Die Energiekoppler Case Study

Geschrieben von Clara Fischer | 26 November 2020

Als eine Ausgründung der Technischen Universität Dresden, die an dem EXIST Forschungstransfer-Programm teilnahm, bewarben sich die Energiekoppler beim SpinLab, um ihre unternehmerischen Fähigkeiten zu entwickeln und ihr Netzwerk auszuweiten. Das Team hat ein standardisiertes und automatisiertes Flexibilitätswerk entwickelt, das zur Ferndiagnose und Steuerung dezentraler Energieerzeuger, Speicher und Verbraucher kleiner Leistungsklassen eingesetzt wird. Die “swarmBOX” verarbeitet Strom-, Wärme- und Mobilitätsbedarfe im Gebäude pro angebundener Anlage und prognostiziert den Anlagenbetrieb bereits lokal in der Box. Koordinator “swarmHUB” erfasst weitere Restriktionen auf Netzebene oder aus dem Energiehandel und nimmt eine Einsatzplanung der vernetzten Energieanlagen vor, um zur Stabilisierung der Energieversorgung beizutragen oder der Vermarktung überschüssiger Leistung zu realisieren. 

Grund für die Bewerbung beim SpinLab – The HHL Accelerator sei die Empfehlung durch Kontakte in der Branche: Robert Klimpke, Innovationsmanager der LEAG, sprach sich für das Programm aus, das Gründer dabei unterstützt, sich auf Pilotprojekte und Investitionsrunden vorzubereiten. 

Das Gründungsteam der Energiekoppler und einer ihrer ehemaligen Teammitglieder. Von links nach rechts:  Co-Founder und CTO Tobias Heß, Co-Founder und CEO Irina Weis, ehemaliger Projektmitarbeiter der TU Dresden und Co-Founder und CEO Jens Werner.

„Wir waren uns zu dem Zeitpunkt dessen nicht bewusst, dass das Programm sich für uns als sehr geeignet offenbart – doch die Empfehlung durch unser Netzwerk hat uns darin bestärkt, sich zu bewerben”, Irina Weis, Co-Founder und CEO Energiekoppler.”

Die technische Basis war gelegt – jedoch stand das Startup anfänglich vor zahlreichen Herausforderungen, um als potenzieller Projektpartner in Frage zu kommen. „Unser Auftritt war noch nicht ausgereift und wir mussten an vielen Themen arbeiten – es gab so viel zu tun”, kommentiert Irina Weis. Letztendlich bewarben sie sich beim Accelerator.

Ein Schritt, den sie nicht bereuen: Denn die Teilnahme am Programm signalisiert nicht nur den Partnern des SpinLabs, sondern auch Investoren und potenziellen Stakeholdern ein Wachstums- und Innovationspotenzial, das alle SpinLab Startups gemein haben. Für die LEAG war die Aufnahme des Startups in ihr Programm ein Zeichen, das die Bereitschaft zur Zusammenarbeit zusätzlich bestärkte. 

„Das Interesse der LEAG wurde durch den Accelerator tatsächlich gestärkt und die Bereitschaft unsere Technologie einzusetzen, beschleunigt. Die LEAG wurde der erste Kunde der Energiekoppler”, Irina Weis, CEO Energiekoppler.

Durch das maßgeschneiderte Programm lernten die Gründer durch verschiedene Workshops, Mentorings und Einzelgespräche mit den Coaches die optimierte Herangehensweise hinsichtlich Finanzierungsstrategie, Salesstrategie, rechtssichere Aufstellung und überzeugendes Pitchen vor Investoren. Auch der Austausch mit den erfahrenen Teams half dabei, mögliche Fehler zu vermeiden.

„Sicherlich hätten wir als Einzelkämpfer nicht so schnell solche Resultate erzielen können, wenn wir die Unterstützung des SpinLabs nicht hätten”, so Irina Weis.

„Wie bekommt man einen Fuß in solche Großunternehmen? Wie geht man da überhaupt vor?”

Jens Werner (DieEnergiekoppler) installiert die Kontrollbox (Quelle: LEAG)

Das Pilotprojekt startete noch während des SpinLab-Programms, sodass das Team Rücksprache zu bestimmten Fragestellungen mit dem Mentor in den Coachingstunden halten konnte. Während der Zusammenarbeit entstanden auch einige Learnings: Die Technologie lief stabil, doch die Anforderungen an die IT-Sicherheit und ein technischer Support waren bereits frühzeitig Themen, denen sie sich widmen mussten. Viele Startups scheitern an der Abstimmung der gegebenen Infrastruktur sowie der gemeinsamen Zielsetzung mit ihren Corporate Partnern. 

Irina Weis kommt selbst aus der Industrie, dennoch stand sie als Mitgründerin anfangs vor der Herausforderung, an geeignete Ansprechpartner bei potentiellen Kunden zu kommen.

Neben eigenem Engagement der Energiekoppler verhalf die Erfahrung durch das SpinLab zum Umgang mit größeren Unternehmen dem Team. Resultat war die Umsetzung eines erfolgreichen Pilotprojektes. “Bereits in diesem Jahr haben wir die intelligente Box gemeinsam bei einer Vielzahl von Anlagen erfolgreich eingesetzt. Mit ihrer Flexibilität und Vielseitigkeit ist sie für uns die ideale Ergänzung, um Anlagen in unseren virtuellen Kraftwerken, die LEAG energy cubes, zu integrieren”, so Harald Altmann.

Die Zusammenarbeit mit LEAG läuft heute noch erfolgreich weiter.  Anfang 2021 werden bereits viele Anlagen der Energiekoppler-Kunden mit einer Gesamtleistung von etwa 120 MW durch Energiekoppler angebunden sein, Tendenz steigend. Auch die Unterstützung seitens SpinLab ist mit der Beendigung der sechs Monate nicht vorbei: „Das SpinLab ist nach wie vor für uns als Alumni da: Eric und Martin unterstützen uns bei kritischen Fragestellungen und verbinden uns bei Bedarf mit Partnern oder anderen interessanten Kontakten”, so Irina Weis.